Windkraft erfordert Zusammenarbeit

PRESSETERMIN: Am letzten Montagmorgen um 9:30 Uhr – Herr Bange, Professor für Umweltphysik im Zentrum für Geowissenschaften, erwartet Besuch. Eingeladen ist die Journalistin Angelika Bachmann von der Zeitung „Schwäbisches Tagblatt“, sowie Frau Szelényi und Herr Brühl von den Tübinger Stadtwerken. Frau Szelényi ist verantwortlich für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Herr Brühl ist Leiter der Abteilung für erneuerbare Energien. Zentrales Thema ist „Windpotential in Baden-Württemberg“. Außerdem dabei: Dr. Hermann Rügner von der Plattform 3 (Umweltsystemanalytik) der Exzellenzinitiative.

von Monique Sézanne Patzner

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© SWT


Prof. Bange vertritt die Seite der Wissenschaft und der Forschung. Zusammen arbeiten derzeit mehrere Wissenschaftler zu Strömungen und Standortbedingungen von Windkraftanlagen im „komplexen Gelände.“Kaum etwas ist so schwierig zu berechnen, wie das Strömungsverhalten in hügeligem Gelände, sagt Bange und hebt hervor, dass in diesem Bereich noch großer Forschungsbedarf besteht. Bange erklärt es an einem Beispiel: „Der Wind steigt am Trauf über die Hangkante und trifft dann auf eine Windkraftanlage. Die ersten Windräder, auf die der Wind trifft, erzeugen neue Verwirbelungen, die dann auf die zweite Reihe von Windrädern treffen, die nun unter ganz anderen Strömungsbedingungen Energie erzeugen werden“. Solche Simulationen und Berechnungen sind in Modellen am Computer sehr schwierig und komplex. Damit die Computermodelle weiter perfektioniert werden können, um die Realität darzustellen, wollen die Tübinger zusammen mit Forschern der Universität Stuttgart und anderen Hochschulen des Landes einen kleinen Forschungswindpark bauen (ca. 4 Windräder). Ein genauer Standort dafür steht derzeit noch nicht fest. Finanziert wird das Ganze bislang über das Wirtschaftsministerium des Bundes.

Im Kreis Tübingen / Reutlingen sind große Windanlagen derzeit kein Thema. Sind die Windverhältnisse hier doch eher mager. Auf der Alb um Münsingen hätte man ein anderes Problem, die Anlagen stünden zu nahe an den Flugschneisen für militärische Tiefflugübungen. Ein Bau ist daher nicht möglich.

Aber vielleicht im Kleinformat? – Wer weiß. Prof. Bange will es nicht ausschließen. Derzeit untersuchen Tübinger Forscher in einem dreijährigen Projekt das Windpotenzial zwischen den Gebäuden der Universität. Es geht um sogenannte „Kanaleffekte“ bei den Hochhäusern der Morgenstelle oder zwischen den Kliniken auf dem Schnarrenberg. Mit neuer Technologie könnte man vielleicht so Strom erzeugen.

Herr Bühl & Frau Szelényi vertreten die Tübinger Stadtwerke und somit die Seite der Wirtschaft. Die Stadtwerke Tübingen (SWT) investieren vermehrt in Windkraftanlagen in Süddeutschland. „Südlich der Main-Linie“, erklärt Herr Brühl. Vor vier Jahren wollten die Stadtwerke noch in den Offshore-Windpark Bard I in der Nordsee investieren, doch der Bau gestaltete sich als schwieriger, langwieriger und kostenintensiver als gedacht. Aus diesen Gründen stiegen die SWT aus dem Großprojekt aus und entschieden sich lieber für Kooperationspartner im süddeutschen Raum: Vier Anlagen betreiben die Stadtwerke im Hunsrück (Rheinland-Pfalz), zwei im bayerischen Odenwald. Das soll es jedoch noch nicht gewesen sein. 25 Millionen Euro hält der Investitionsetat für erneuerbare Energien noch bereit. Bis 2020 sollen die erneuerbaren Energien die Hälfte des Tübinger Strombezugs ausmachen. Dabei soll ein beträchtlicher Anteil vor allem in neue Windkraftanlagen investiert werden. Solarenergie wird da eher ausgeschlossen. Denn neue Freiflächenanlagen für Solarenergie seien für die Stadtwerke zurzeit wirtschaftlich nicht mehr attraktiv, da das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) derzeit keine wirtschaftlichen Anreize biete, so Brühl.

Angelika Bachmann von der Zeitung „Schwäbisches Tagblatt“ vertritt die Presse – eine Informationsquelle der Öffentlichkeit. Bereits am Montag erschien in der Zeitung ein Artikel zum Thema “Windkraft in Baden-Württemberg”. Zentrales Ziel ist die Hinführung zum Thema und der Hinweis für das kommende Symposium der Umweltplattform der Universität Tübingen.

Herr Rügner, Veranstalter des Symposiums, ist auf die Stimme der Presse angewiesen, sollen doch morgen nicht nur Studenten den Hörsaal im Kupferbau in der Hölderlinstraße füllen, sondern ein breites Publikum.

 

Windkraft geht alle etwas an. Kann verbinden oder auseinander reißen. Fakt ist, dass auf verschiedenen Ebenen der Gesellschaft kooperiert und zusammengearbeitet werden muss.

 

HINWEIS:
Morgen, Freitag (21.11.2014),

Symposium zum Thema “Windenergie in Baden-Württemberg”,
13.00 – 16:30 Uhr, Kupferbau, Raum 21.

admin.suedweiser

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