Ein Auslandssemester in Neuseeland

Viele träumen davon. Franziska (Umweltnaturwissenschaften 4. Semester BSc.) hat ihren Rucksack gepackt und ist einfach losgezogen.

von Franziska Steinhage

Wanderung auf Ben Lomond in Queenstown. Franziska hier in der Mitte. /© Franziska Steinhage

Wanderung auf Ben Lomond in Queenstown. Franziska hier in der Mitte. /© Franziska Steinhage

Neuseeland – ein Traum für alle Abenteurer, Wanderer, Sportsfreunde und Naturliebhaber! Ein Land, in dem neben Gletschern Regenwälder wachsen, karge und raue Berglandschaften auf der östlichen Seite der Südinsel und nasse, tropische Gebirge direkt an der Westküste, Schafe auf vorbei schwimmenden Eisbergen geschoren werden und in dem man den ein oder anderen barfuß laufenden Hobbit zu sehen bekommt.

Genau an diesen Ort hat es mich verschlagen, dank des Australien/Neuseeland Austauschprogrammes der Universität Tübingen, an der ich Umweltnaturwissenschaften im vierten Semester studiere. In Dunedin, das auf der Südinsel von Neuseeland liegt, studiere ich ein Semester an der University of Otago. Die Universität bietet viele interessante Kurse an. Da ich nur als Austauschstudentin eingeschrieben bin, konnte ich Kurse aus allen Fachbereichen wählen. Letztendlich habe ich mich für „Climatology“, „Ressource Evaluation and Planning“ und „Physical Oceanography“ entschieden. An der Uni werden meistens drei bis maximal vier Kurse gewählt. Jedes Fach jedoch hat mehrere Vorlesungen und Übungen in der Woche. Zusätzlich müssen mehrere Berichte geschrieben werden. Die Kurse sind durch die Übungen und mehrere Exkursionen sehr Praxis nah und durch die Berichte setzt man sich mit dem jeweiligen Thema auseinander, sodass auch langfristig mehr bestehen bleibt. In den meisten Vorlesungen werden neben den Grundkenntnisse auch die Forschungsprojekte der Dozenten vorgestellt. Ein Beispiel in „Physical Oceanography“: „Sea Ice“ in der Antarktis: Wie entsteht es und was sind die markanten Unterschiede zwischen der Entstehung in der Antarktis und der Arktis?

Wenn ich nicht am studieren bin, bin ich viel unterwegs an den Wochenenden. Bis jetzt war ich nur ein einziges Wochenende in Dunedin. Zwei Wochenenden war ich mit dem „Tramping Club“ der Universität auf Wanderung. In den Regenwäldern im Fjordland haben wir uns ohne Pfad durch den Busch geschlagen bis auf die Spitze von „Cascade Peak“, um von dort einen wunderschönen Blick auf den Fjord und das Meer zu haben.

 

Fiordland - ein Ausblick auf Milford Sound vom Cascade Gipfel. /© Franziska Steinhage

Fiordland – ein Ausblick auf Milford Sound vom Cascade Gipfel. /© Franziska Steinhage

 

Das andere mal war ich in „Paradise“ (der Name passt wirklich), um dort den Emilies Pass zu besteigen. Der „Tramping Club“ der Uni, der nur von Studenten organisiert ist, gibt dir die Möglichkeit an Orte zu kommen, an die man nicht alleine kommen würde, da man auf Berge und durch Gebiete wandert, wo es keinen Weg gibt – keine Zivilisation, mitten im Nichts, inklusive free climbing und 13 Stunden wandern pro Tag.

Wandern in Paradise - ein Blick vom Emilies Pass. /© Franziska Steinhage

Wandern in Paradise – ein Blick vom Emilies Pass. /© Franziska Steinhage

 

Der Kajak-Club der Uni, mit dem ich ebenfalls unterwegs war, ist ein ganz besonderes Volk. Während deren Wochenenden wird der ganze Camping-Platz mit lauter Musik und angeheiterten Kajakkern unterhalten und am nächsten Tag geht es hoch motiviert in den nassen Neoprenanzug mit einem leichten Kater vom Vorabend, um sich in die Strömungen der Flüsse zu stürzen.

Canyoning in Queenstown. /© Franziska Steinhage

Canyoning in Queenstown. /© Franziska Steinhage

 

Ein ganz besonderer Ausflug war ein Rundflug über Dunedin in einem kleinem Propellerflugzeug, geschenkt von meinen wunderbaren Freunden in Tübingen, wo ich selber fliegen durfte und mir ein paar nette Stands, inklusive freien Fall, gezeigt wurden. Dann war ich auf einem Surfing Wochenende in den Catlins und für ein paar Tage auf Stewart Irland, der südlichsten Insel von Neuseeland; die dritte Insel. Dort war ich zum ersten Mal fischen und die Attraktion im einzigen Pub der Insel, als ich einen alteingesessenen Seemann die Haare geflochten habe, inklusive seinem Bart.

Surfen in den Catlins. /© Franziska Steinhage

Surfen in den Catlins. /© Franziska Steinhage

 

Nachdem mein Semester bereits Mitte Juni zu Ende ist, werde ich zunächst mein außeruniversitäres Praktikum hier machen. Nachdem ich an mehreren Forschungsinstituten angefragt habe, ob ich mich für ein Praktikum bewerben kann, habe ich direkt ein Paar Angeboten bekommen mit eigenen Projekten. Das hat mich positiv überrascht. Schlussendlich habe ich mich entschieden bei GNS Science, dem geologischen Forschungsinstitut in Neuseeland, ein Praktikum im Bereich Hydrogeologie zu machen. Ich werde mir in Christchurch die Änderung der Grundwasserspiegel mit den Gezeiten in zwei Flüssen anschauen. Dies bedeutet zwei bis drei Wochen Feldarbeit direkt an den Flüssen und dann werden die Daten ausgewertet und modelliert.

 

In diesem Sinne, freue ich mich dieses wunderschöne Land noch weiter zu entdecken, viele Abenteuer zu erleben und interessante Menschen zu treffen!

Chill out, lean back and whatever weird happens: ‚it’s all a New Zealand experience‘!

Hei konā rā!

Franziska

Suedweiser

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