900 Töpfe Blumenerde oder: Mein erster HiWi-Job

Nikolaj Marggrander (Geoökologe, 4. Semester) hat bei der Abteilung für Vegetationsökologie des Instituts für Evolution und Ökologie auf der Morgenstelle gearbeitet und berichtet über seine Erfahrungen bei seinem ersten Hiwi-Job an der Uni. Warum es Spaß machen kann, 900 Töpfe mit Blumenerde zu befüllen!

 

von Nikolaj Marggrander

 

Nick_Hiwi-job

Nikolaj Marggrander bei seiner “gefährlichen” Arbeit / © Nikolaj Marggrander

 

Samstagmorgen, 8:00 Uhr:

 

Nach einer langen Uni-Woche quäle ich mich an meinem eigentlich wohlverdienten Wochenende aus dem Bett, da 900 Töpfe mit Blumenerde/Sandmischung bestückt werden müssen und die Samen ausgesät werden sollen. Laut Ansage am besten alles an diesem Wochenende, weil sonst die richtige Pflanzzeit für das Experiment nicht eingehalten werden kann.

 

- Du fragst dich, warum ich mir das eigentlich antue? -

Ganz einfach: Erstens für die 8,67 € die Stunde, zweitens weil es eigentlich fast immer Spaß macht hat und drittens bietet ein Hiwi-Job Vorteile, die über das verdiente Geld hinausgehen.

 

- Wie ich zu dem Job gekommen bin? -

Ein Aushang der Abteilung für Vegetationsökologie des Instituts für Evolution und Ökologie auf der Morgenstelle wies auf freie Hiwi-Plätze hin. Wenig später erhielt ich über den Mailverteiler der Geoökologen erneut eine Nachricht mit dem Hinweis auf freie Jobs. Ich antwortete sofort und wurde zu einer Einführungsrunde eingeladen. Nach einer kurzen Führung durch das Institut, Vorstellung der Tätigkeiten und meiner Zustimmung, musste ich nur noch den Vertrag unterschreiben und bekam den Job viel leichter als ich gedacht hatte.

 

- Warum ich HiWi und keinen “normalen” Nebenjob, wie kellnern? - 

Mit meinem ersten HiWi-Job erwartete mich eine Vielzahl an verschiedensten Aufgaben. Das ist übrigens auch schon einer der ersten Vorteile einer HiWi-Stelle. Sie liefern gute Einblicke in viele Bereiche und bieten eine super Möglichkeit schon mal zu testen, ob man später vielleicht auf diesem Gebiet arbeiten möchte, das man auf diese Weise kennenlernt. Hinzu kommt, dass die Arbeit abwechslungsreich sein kann und man viele Erfahrungen sammelt.

Meine Aufgaben reichten von stundenlangem, stupidem Samenzählen und dieses in Tütchen verpacken über das Schneiden endloser Mengen kleiner Schlauchstücke bis hin zu Arbeiten im Freien und im Gewächshaus mit den Pflanzen. Obwohl die Arbeit im Freien natürlich mehr Spaß gemacht hat, kommen einem selbst langwierige Samenzähl-Stunden im Nachhinein gar nicht so schlimm vor. Sie sind meiner Meinung nach eine Erfahrung, die man mal gemacht haben muss, um “bessere” Arbeit schätzen zu lernen.

Draußen konnte man sich bei körperlicher Arbeit dann auch wunderbar den Stress der Woche rausschwitzen: Sei es hunderte Schubkarrenladungen feuchter Erde in ein Gewächshaus zu karren, um sie dort auszubreiten und zu trocknen, oder zwei Wochen später die steinharten Erdbrocken mit einem Betonmischer zu perfekt lockerer Aussaaterde zu zermahlen, um diese dann anschließend in wieder hunderten Schubkarrenladungen in ein anderes Gewächshaus umzuladen und dort in Töpfchen zu füllen – es gab immer etwas, wo man auch mal kräftig anpacken konnte, was für mich ein guter Ausgleich zur ständigen Paukerei im Studium war.

Weitere Vorteile: Im Gegensatz zum „normalen“ Nebenjob verpflichtet man sich mit einem Hiwi-Vertrag immer nur zu einer begrenzten Anzahl von Stunden, die dann abgearbeitet werden müssen. Man kann also nichts falsch machen, wenn man anfangs nicht sicher ist, ob einem die Stelle auch gefallen wird. Ist der Job nichts für einen, muss man den Vertrag ja nicht verlängern – findet man ihn gut, erntet man bei einer Verlängerung immer ein Lächeln, da fleißige Helfer natürlich gefragt sind.

Sehr praktisch fand ich darüber hinaus auch, dass man sich abhängig von der Art der Arbeit diese oft selbst frei einteilen kann und die Stunden dann abarbeitet, wann es einem persönlich am besten passt. Selbst bei vollem Terminkalender und wenn das Studentenleben nur wenig Freiraum lässt, kann man so trotzdem hier und da ein paar Stündchen Hiwi-Job einschieben. Auf diese Art lässt sich der Job in den Alltag integrieren und man verdient nebenher etwas Taschengeld dazu.

Kommen wir abschließend zum meiner Ansicht nach größten Plus von Hiwi-Jobs: Beziehungen! Etwas Vitamin B ist an der Uni immer gesund und kann einem später weiterhelfen, sei es bei der Bachelor- oder Masterarbeit oder vielleicht sogar bei einer späteren Jobmöglichkeit.

Wie ihr euch wahrscheinlich bereits denken könnt, würde ich daher und vor allem auch der Erfahrung wegen, jedem empfehlen einmal einen Hiwi-Job zu machen! Ihr lernt auf jeden Fall etwas dazu und sei es nur, wie man einen Betonmischer bedient!

Während ihr euch für euren neuen Traumjob bewerbt, mache ich mir jetzt allerdings erst mal Frühstück und Kaffee und dann geht’s ab auf die Morgenstelle – die 900 Töpfe befüllen sich schließlich nicht von selbst!

 

Tschüss und haut rein,

euer Nikolaj

Suedweiser

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